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Andacht vom 12.12.2011:

Und nun siehe, der HERR hat mich [Kaleb] am Leben gelassen, wie er mir zugesagt hat. Es sind nun fünfundvierzig Jahre her, dass der HERR dies zu Mose sagte, als Israel in der Wüste umherzog. Und nun siehe, ich bin heute fünfundachtzig Jahre alt und bin noch heute so stark, wie ich war an dem Tage, da mich Mose aussandte. Wie meine Kraft damals war, so ist sie noch jetzt, zu kämpfen und aus- und einzuziehen. Josua 14,10.11

Kaleb war ein Mann mit großem Gott vertrauen. Als er gemeinsam mit elf anderen Männern das Land Kanaan auskundschaftete, sah er nicht nur die Probleme und Hindernisse, sondern auch die Möglichkeiten Gottes: "Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben." (4 Mo 14,8) Das Volk wollte darauf nicht hören und war drauf und dran, ihn und Josua zu steinigen. Aber Gott hielt seine Hand über die beiden. Im Rückblick sagte Kaleb: "Der Herr hat mich am Leben gelassen." Inzwischen waren 45 Jahre vergangen und Kaleb war alt geworden. Sein Gottvertrauen hatte er aber in all den Jahren bewahrt. Immer noch blickte er optimistisch und voller Hoffnung nach vorn, und wollte das Gebirge um Hebron von den Amalekitern erobern (Jos 14,12). Er war sogar davon überzeugt, dass seine Kraft nicht nachgelassen hatte (V. 11b).

Wirklich? Übertrieb er hier nicht ein bisschen? Einen 85-Jährigen kann man doch nicht mit einem 40-Jährigen vergleichen - oder? Natürlich erwartet niemand, dass jemand mit 85 noch in einer Fußballmannschaft mitspielt, nicht einmal in einer Altherrenmannschaft. Mit 85 ist man bei einer Olympiade höchstens noch Zuschauer. Aber ist der alte Mensch deswegen in allen Bereichen verbraucht und nur noch sozialer Ballast?

Es gehört leider zu den Unterstellungen unserer Zeit, dass alte Menschen nicht mehr in der Lage seien, positive Beiträge für die Gesellschaft zu erbringen. Und doch können die Erfahrungen und die Lebensweisheit älterer Menchen die körperlichen Mängel oft ein gutes Stück ausgleichen.

Wir brauchen heute solche Männer wie Kaleb. Wir brauchen die Erfahrung der Älteren, das unerschütterliche Gottvertrauen von Männern und Frauen, die die Kraft Gottes bis ins hohe Alter vor Augen haben. Sie können den Jüngeren Mut machen. Nicht umsonst betont die Bibel die Würde und Weisheit des Alters.

Günther Machel

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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