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Andacht vom 28.08.2012:

Man hat dir mitgeteilt, Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu gehen mit deinem Gott?" Micha 6,8 (Elberfelder Bibel)

Wenden wir uns heute der zweiten Verhaltensweise zu, die Gott von uns erwartet. Im Hebräischen steht hier ein Ausdruck, der wörtlich übersetzt "Güte lieben" meint. Luther übersetzte: "Liebe üben", Hoffnung für alle lautet: "Begegnet anderen mit Güte." Damit wird deutlich, dass unser Stichwort in die Nähe des neutestamentlichen Begriffs agape gehört.

Luther hat uns mit seinem Begriff, den "Nächsten lieben", in eine emotionale Falle gelockt. Der Nächste ist nach Jesu Auffassung ja nicht nur mein Freund, sondern auch der Fremde. Samaritaner und Juden waren keine Freunde, und doch praktizierte der Samaritaner dem Juden gegenüber aga-pe. "Liebe" ist im Deutschen ein Begriff für viele Regungen. Deshalb habe ich für mich den Begriff agape übersetzt mit "vorurteilsloses Wohlwollen".

Das hat nicht in erster Linie mit dem Gefühl zu tun, sondern mit dem Verstand. Ich bemühe mich, niemandem gegenüber Vorurteile zu haben, ihn in keine Schublade zu stecken und damit schon ein Urteil über ihn zu fällen. Mein Gegenüber kann dann ja machen, was er will - er bleibt in der Schublade, ich habe ihn einsortiert. Dagegen anzukämpfen ist eine Sache des Verstandes.

Das Wohlwollen ist eine Angelegenheit der Einstellung. Und damit sind meine Werte gefragt. Das vorurteilslose Wohlwollen erfüllt die Forderung Michas, anderen mit Güte zu begegnen.

Diese Form der Liebe lässt sich auch heute sehr schnell konkretisieren. Dein Ehepartner wartet darauf, deine Kinder, die Kollegen, die Geschwister in der Gemeinde. Ihnen mt Güte zu begegnen, nicht nur durch freundliche Worte - auch wenn das schon manchmal hilft -, ist deine und meine Aufgabe.

Wenn ich allerdings den Bericht vom "barmherzigen Samariter" (Lk 10,29-37) richtig verstehe, geht es nicht nur um meinen Freundes- und Bekanntenkreis. Der Nächste ist auch der unfreundliche Gartennachbar, der fremde Asylant und der ständig Streit provozierende Ausländer. Die zweite Verhaltensweise des "ethischen Katechismus" verlangt viel von uns. Deshalb steht bei Luther auch "Liebe üben". Üben wir uns heute darin, "anderen mit Güte zu begegnen".

Lothar E. Träder

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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