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Andacht vom 28.03.2014:

Da antwortete das ganze Volk und sprach: "Sein [Jesu] Blut komme über uns und unsere Kinder!" Matthäus 27,25

Passionsspiele haben mediale Aufmerksamkeit bekommen, weil um die Angemessenheit dieses Textes angesichts der deutschen Geschichte diskutiert wurde. Wie gehen wir mit einem Bibeltext um, der eine solche Wirkungsgeschichte hat? Am besten genau hinschauen und dann fragen: Wo komme ich darin vor?

Wer sagte diese Worte und wo? Die Wendung "das ganze Volk" kommt häufig in der Bibel vor und meint alle Anwesenden, ungeachtet ihrer ethnischen oder religiösen Herkunft. Der Ort ist der Innenhof des Präfekten Pontius Pilatus. Da rief eine bunte Menge von Leuten, die über den eigentlichen Fall so viel wussten, wie man aus der BILD-Zeitung erfahren kann: "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" Mit anderen Worten: Wir können die Verantwortung für diese Tat übernehmen!

Nun kommen wir ins Spiel, denn eine gute Auslegung fragt sich immer: Wenn ich mir das Bild vor Augen male, wo würde ich mich hinmalen? Es gibt nur das ganze Volk, Pilatus und Jesus. Das ganze Volk - da bin ich irgendwo dabei. Wie oft im Leben meine ich, die vollen Konsequenzen für etwas übernehmen zu können, was ich überhaupt nicht übersehen oder abschätzen kann! Wie oft fälle ich ein Urteil über mich und Andere und weiß im Grunde genommen kaum Bescheid!

Dann kommt mir ein ganz anderes Wort, das Jesus am Kreuz sprach, in den Sinn: "Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!" (Lk 23,32a) Genau! Im Rückblick stelle ich bei mir fest: Hier bin ich gemeint. Wie oft habe ich keine Ahnung, was ich tue!

Zwei Aussagen stehen gegeneinander. Das Wort des ganzen Volkes, hastig und unüberlegt ausgesprochen, und das Wort, das Jesus bewusst als Gebet an seinen Vater richtete: "Vergib ihnen!"

Gott hat ihnen verziehen - wie er auch mir verziehen hat. Diese Menschen haben keinen Fluch auf sich geladen, weil Jesus ihn auf sich genommen hat (Gal 3,13). Sein Blut ist wirklich über uns (und unsere Kinder) gekommen, aber in einem ganz anderen Sinne: ER hat uns mit seinem Blut - seinem Tod - erlöst!

Jeden Tag sage ich erschreckend arrogante oder ignorante Worte, aus denen Gott mir einen Strick drehen könnte. Stattdessen erhört er immer wieder das Gebet seines Sohnes und mein eigenes und vergibt mir. Welch eine Liebe!

Dennis Meier

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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