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Andacht vom 28.06.2006:

Schuld ist immer - der andere!

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Matthäus 6,12

"Vergib uns" - ist dass richtig formuliert? Müsste es nicht besser heißen: Vergib den anderen? Denn wir entdecken doch wenige Verfehlungen bei uns selbst, aber eine ganze Menge bei unseren Mitmenschen. Wenn ich beispielsweise einen Gegenstand nicht am gewohnten Platz finde, dann muss ihn ein anderer verlegt haben. Geht ein Gerät nicht so, wie es gehen soll, dann hat da einer etwas falsch gemacht. Wenn die Beziehungen zu Menschen belastet sind, liegt das an deren Verhalten. Wenn wir krank bleiben, liegt das am Arzt oder an der falschen Medizin. Dass im Staatswesen manches verkehrt läuft, hat seine Ursachen bei den Beamten und Politikern.

Manche, so hat man den Eindruck, liegen geradezu auf der Lauer, um Fehler anderer aufzuspüren, und wenn sie fündig werden, dann wird diese Nachricht laut und vernehmlich kolportiert: "Die sind schuld!" Die Methode der Schuldzuweisung ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Unsere Zeitungen wären nur halb so dick, wenn sie ohne sie auskommen müssten.

Da stehe ich nun auf meiner Insel der Vollkommenheit, umgeben von einem Meer von Schuld. Das ist zum Jammern, doch mit der Einsicht, dass auch ich Teilhaber der Schuld unserer Welt bin, wird das Jammern leiser. Eigene Schuld zu erkennen, ist schmerzhaft, sie zu bekennen, tut weh. Um Vergebung bitten zu müssen, verletzt unseren Stolz. Aber solche Schmerzen führen zum Heil.

Mein Vater stand eines Abends vor uns Jungs und sagte: "Ihr habt gestern miterlebt, wie ich mich mit Mutti gestritten habe. Das war nicht recht von mir. Wir haben uns vergeben. Vergebt auch ihr." Solche Momente vergisst man nicht, weil im Eingeständnis eigener Schuld eine große Würde liegt. Anschuldigungen dagegen sind ein Zeichen von Schwäche und Verantwortungslosigkeit. Wer Schuld bekennt, der übernimmt Verantwortung und zeigt dadurch echte Größe - auch wenn er sich dabei klein und elend vorkommt. Liebe lebt von der Vergebung. Wie viele Ehen und Familien leiden, weil Schuld nur zugewiesen, aber nicht eingestanden wird. Unsere Gesellschaft leidet nicht zuerst an den vielen Verfehlungen. Sie leidet vor allem unter dem Mangel an Vergebung.

Lothar Reiche

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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