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Verfasser:Mag. Esther Neumann
Erschienen in:Top Life Aktuell 1301

Vom Obst/Gemüse zu den Smoothies

Smoothies sind Ganzfruchtgetränke, eine Idee aus Amerika, entwickelt in Saftbars. "Smooth" bedeutet im Englischen "weich, sämig, gleichmäßig". Es werden also die ganzen Früchte gemixt, bei manchen Rezepten noch mit Direktsäften gemischt, damit eine cremig-sämige, trinkbare Konsistenz entsteht. Smoothies werden aber nicht nur aus Früchten hergestellt, sondern auch aus Gemüse. Das sind die grünen Smoothies. Anfangs wurden sie alle nur in den „Saftläden“ ganz frisch gepresst und gemischt. Mittlerweile kann man sie aber auch abgefüllt im Handel und in der Gastronomie erstehen.

Smoothies gibt es in vielen Variationen. Oft ist die Basis eine Banane, weil diese Frucht ein gutes Mundgefühl abgibt, sämig ist und gut zu vielen anderen Obst- und Beerenarten passt. Der Gedanke dahinter ist folgender: Viele Menschen haben Probleme mit der Forderung von Ernährungsfachleuten, 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu verzehren. Diese Portionen üben dank der wunderbaren Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse einen schützenden Einfluss aus und verhindern die Entstehung vieler Krankheiten. Wenn die Obst- und Gemüsemuffel nun diese schützenden Faktoren "schlürfen" dürfen, hofft man, dass mehr davon konsumiert wird.

Der Haken

Solange man die Smoothies frisch hergestellt verzehrt, ist der Gedanke der vermehrten Aufnahme revolutionär. Die Sache hat nur einen Haken. Meist werden die Smoothies dann zwischendurch schnell einmal getrunken. Man vergisst dabei, wie viel Obst oder Gemüse in so einem Glas steckt. Da kommen ordentlich Kalorien zusammen! Und das nächste Problem ist, dass sie meist viel zu schnell getrunken werden. Die Verdauung beginnt ja bekanntlich im Mund. Wenn aber die Smoothies nicht gekaut, sondern nur getrunken werden, umgeht man die Vermischung mit der Amylase aus den Ohr- und Unterzungengrunddrüsen. Die Kohlenhydrate in den Smoothies werden also nicht "vorverdaut". Darum das erste Gebot: Die Smoothies müssen auch "gekaut", also nicht nur getrunken werden. Sie sollten nicht zusätzlich eingenommen werden, sondern nur zu den Mahlzeiten. Sie sind keine Durstlöscher, sondern Nahrungsmittel, die man in die Mahlzeiten einbauen sollte. Ein weiteres Problem zeigt sich bei kaufaulen Menschen. Zahntechnisch macht es einen großen Sinn, wenn wir an der ganzen Karotte oder dem ganzen Apfel knabbern. Kräftiges Kauen stärkt die Knochensubstanz im Kiefer, stärkt den Zahnhalteapparat und massiert das Zahnfleisch. Die Pflanzenfasern reiben an den Zahnflächen und reinigen sie dadurch von der Plaque, die Karies hervorbringt. Kauen fördert zudem den Speichelfluss. Speichel ist leicht alkalisch, schützt also die Zähne vor Säureangriffen. Kauen entlastet aber auch die nachfolgenden Verdauungsapparate wie Magen und Darm, einfach deshalb, weil die Verdauung im Mund beginnt. Wir sollten also unseren Kindern die Arbeit des Kauens nicht abnehmen. Drücken wir ihnen statt eines Glases Smoothies lieber eine Karotte, einen Kohlrabi oder einen Apfel in die Hand. Das Gleiche gilt natürlich für die Erwachsenen.

Smoothies haben allerdings ihren ganz großen Wert bei alten Menschen, die über keinen gut funktionierenden Kauapparat verfügen und folglich mit dem Kauen große Schwierigkeiten haben. Aber hier sollten wir wirklich dafür sorgen, dass die Smoothies am besten mit dem Löffel genossen werden. Löffelweise werden sie in den Mund geschoben und dann "gekaut", damit sie sich gut mit dem Speichel vermischen und schließlich fast von selbst in die Speiseröhre rutschen. Sonst entstehen Verdauungsprobleme. Bei alten Menschen können wir sogar noch wertvolles Pflanzenöl oder ganz fein gemahlene Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Sesam unter die Smoothies mischen. Sie erhalten damit gleichzeitig die wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die auch für den alten Menschen sehr wichtig sind.

Smoothies werden auch im Handel angeboten. Bunte Flaschen stehen in den Kühlregalen. Sie müssen kühl gelagert werden, denn guten Smoothies werden keine Konservierungsstoffe zugefügt. Sie besitzen von Haus aus schon genug Antioxidantien. Also bei abgefüllten Smoothies gut die Zutatenliste durchlesen. Es sollten keine Farbstoffe oder Konservierungsmittel, Emulgatoren oder Ähnliches zugefügt worden sein; auch keine Nahrungsergänzungsmittel. Zu Hause sollten sie wieder in den Kühlschrank kommen, außer sie werden sehr bald getrunken, pardon, gegessen. Zudem müssen abgefüllte Smoothies zur Haltbarmachung pasteurisiert werden. Dabei gehen wertvolle Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe verloren. Smoothies verleiten auch dazu, große Mengen davon zu sich zu nehmen. Es wird dabei kaum daran gedacht, dass das auch Kalorien bringt, auch wenn wir keine Kalorien essen, sondern Obst und Gemüse. Aber auch Smoothies liefern Energie und enthalten viele Kohlenhydrate. Smoothies darf kein Wasser zugefügt werden. Sie sind also, ich betone es noch einmal, keine Durstlöscher, sondern Nahrungsmittel und sollten als solche eingesetzt werden.

Hin und wieder ...

Es ist nichts dagegen einzuwenden, hin und wieder Smoothies selber herzustellen. Aber sie haben nachgewiesenermaßen auch große Nachteile, vor allem für unsere Kinder, die zum Kauen erzogen werden sollten. Und noch ein Grundsatz bei der Herstellung von selber gemachten Smoothies: Bitte, nicht zu viel mischen. Der Spruch "Viel hilft viel" ist falsch. Unsere Verdauung könnte heillos überfordert werden, wenn wir zu viele Sorten hineinmischen. Es gibt ja Rezepte von Smoothies wie Sand am Meer. Aber wenn wir sie kritisch betrachten, sehen wir, dass sehr viel zusammengemischt wird. Der Mixer oder die Super-Saftpresse zerkleinert alles. Und dem Endprodukt sieht man nicht mehr an, was alles drin ist. Das ist auch für Allergiker ein großes Problem. Sie sollten sich sehr genau erkundigen, was alles enthalten ist. Es gibt viele Sellerie- oder Karottenallergiker. Beim Obst ist es die Kiwi, die viele nicht vertragen. Auch der Apfel stellt für manche ein Problem dar.

Betrachten wir also die Smoothies etwas kritischer, so verlockend die Idee auch ist! Wir sollten einen guten Mittelweg finden.

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