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Verfasser:Dr. Kurt Sternberger
Erschienen in:Top Life Aktuell 504

Cholesterinsenker - nein danke?

Welche Rolle spielt Cholesterin? Praktische Tipps für den Lebensstil.

"Alle Cholesterinsenker sind potenziell krebserregend, insbesondere Fibrate und Statine" - so lautete die Schlagzeile eines Artikels im JAMA (amerik. Ärzteblatt) am 3. Jan. 1996.

Im europäischen Raum platzte die Bombe etwas später: "Nach 40 Toten: Verkauf von Superpille gestoppt" - dies war die Meldung der Kleinen Zeitung am 10. August 2001. Gemeint mit der "Superpille" war der Cholesterinsenker Lipobay. Ähnliche Schlagzeilen erschienen in allen österreichischen Zeitungen. Es gab massive Einbrüche von Pharma-Aktien auf dem Börsenmarkt und am Ende nicht 40, sondern bedeutend mehr Tote, die an Muskelzersetzung und Nierenauflösung durch Einnahme dieser Medikamente akut verstorben waren. Die Langzeitfolgen an anderen Personen werden sich möglicherweise erst herausstellen. Einige Medikamente wurden vom Markt genommen, ähnliche werden jedoch weiterhin verordnet und geschluckt.

Heute, im Jahre 2005, ist wahrscheinlich dem Großteil der Bevölkerung bekannt, dass Cholesterin ein Problem darstellt. Übersetzt bedeutet Cholesterin eigentlich "Gallenfett". Es handelt sich um eine Fettart, die in der Leber von Mensch und Tier produziert wird und die Arterienwände auskleidet, verstopft und zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Es gibt Menschen, deren Leber zu viel Cholesterin bildet, weil sie diese Neigung von ihren Eltern ererbt haben - der größere Teil der Bevölkerung jedoch weist überhöhte Cholesterinspiegel auf, weil über die Nahrung zu viel davon zugeführt wird.

Da diese Fettart aber ausschließlich in tierischer Nahrung vorkommt, während Pflanzen und auch pflanzliche Öle und Fette kein Cholesterin enthalten, ist die Antwort so einfach, dass man es kaum glauben kann: Pflanzliche Ernährung - wenn nicht vollständig, so doch größtenteils.

Dazu kommen noch andere, meist übersehene Faktoren: Cholesterin wird die Arterienwände dort verstopfen, wo bereits aus anderen Gründen Vorschäden vorhanden sind. Eine Nahrung, die hauptsächlich aus gekochten tierischen Produkten, aus Wurst, Fleisch, Weißmehlprodukten und gekochtem Gemüse besteht, führt in Kombination mit Stress, Bewegungsmangel, Aufenthalt in geschlossenen Räumen und aktivem oder passivem Rauchen zu massiver Bildung so genannter "freier Radikale", die wiederum die erwähnten Vorschädigungen der Arterienwände verursachen.

Die Alternative

Demgegenüber verfügen wir über eindeutige Studienergebnisse, wie wir das Problem auf bessere Weise lösen können als durch Einnahme gefährlicher Medikamente: Prof. Gey von der Universität Basel ging mit seinen Kollegen der Frage nach, warum es in Europa in den nordischen Ländern viel mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle gibt als im Mittelmeerraum. Die Ergebnisse sind höchst interessant: Die Nordländer hatten die geringsten und die Südländer die höchsten Blut-Vitaminspiegel. Hierzu tragen vor allem der Konsum von Südfrüchten, Olivenöl und anderen vegetarischen Produkten bei.

  • Eine Studie in Los Angeles zeigte an 11.000 Teilnehmern, dass durch Vitamin C das Herz-Kreislauf-Risiko um 50% verringert werden konnte.
  • Vitamin E-Zufuhr senkte das Risiko um ein Drittel, dokumentiert an 87.000 Studienteilnehmern.
  • Beta-Karotin verminderte das Risiko um 30%, dokumentiert an 39.000 Teilnehmern. Mittlerweile gibt es eine derartige Fülle von Studien über diese Zusammenhänge, dass man sie unmöglich aufzählen kann.

Die beste Vorbeugung

Wo aber sind all diese geheimnisvollen Substanzen wie Beta-Karotin, Lycopin, Vitamin E oder Vitamin C, Kalzium, Magnesium etc. enthalten? In Pflanzen, in frischen Pflanzen, in sonnengereiften Früchten, in sonnengetrockneten, nicht erhitzten Pflanzen, in kaltgepressten pflanzlichen Ölen - also ausschließlich in vegetarischer Nahrung.

Was sollen wir nun tun?

Zur Abrundung einige praktische Tipps:

  • Jede Mahlzeit sollte mit Frischkost beginnen, wie sie die Jahreszeit gerade bietet. Unsere Gesamternährung verlangt wenigstens dreißig Prozent davon.
  • Eine Nahrung, in der Vollkorn- und Sojaprodukte, Nüsse, Obst, Gemüse, Salate, geriebene Knollen und Wurzeln, Pellkartoffeln, Südfrüchte und kaltgeschlagene Pflanzenöle (alles möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau) bevorzugt werden, erhält gesund und erhöht die Leistungsfähigkeit.
  • Eine Nahrung, die vorwiegend aus Kochkost, Fleisch, Wurst, Käse, tierischen Fetten, frittierten Kartoffeln, Fertigprodukten, Weißmehlerzeugnissen, reinem Kochsalz, Kaffee und Limonaden besteht, ist eine minderwertige Kost, die auf Dauer zu chronischen Krankheiten führt.

Sie werden bald merken, dass gesunde Ernährung nicht nur die Lebensqualität erhöht, sondern auch tatsächlich besser schmeckt. Fangen Sie in Ihrem Bemühen um gesunde Ernährung niemals an aufzuhören, und hören Sie niemals auf anzufangen.

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