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Verfasser:Mag. Claudia Flieder
Erschienen in:Top Life Aktuell 1302

Kraft aus der Stille

Eine persönliche Frage gleich vorweg: Haben Sie heute gut gefrühstückt? Vielleicht haben Sie sich in der Früh schon für den heutigen Tag gestärkt, ein schmackhaftes Müsli zu sich genommen, Vollkornbrot und Obst - und fühlen sich nun gut vorbereitet auf alles, was Ihnen heute begegnet. Sie haben damit die Grundlage für körperliches Wohlbefinden gelegt und sich etwas Gutes getan. Gerade das reibungslose Zusammenspiel aller körperlichen Funktionen ist für unser Wohlbefinden wichtig. Wir merken daran, wie sehr Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden und den ganzen Menschen ausmachen. Wenn unserem Körper etwas fehlt, dann fühlen wir uns unwohl oder krank und wir wollen Abhilfe schaffen. Diese Schlussfolgerung ist für uns ganz selbstverständlich, wir brauchen darüber nicht nachzudenken. Was aber, wenn der Seele oder dem Geist etwas fehlt? Merken wir das überhaupt bzw. welche Art von Abhilfe schaffen wir in diesem Fall?

Geistliches Frühstück

In der Früh geht es oft hektisch zu. Jeder Vorgang ist geplant, sodass wir nicht unnötig Zeit verlieren, sondern rechtzeitig an unseren Arbeitsplatz, in die Schule bzw. zu unseren täglichen Pflichten gelangen. Aufstehen, waschen, anziehen, die Kinder versorgen, mit dem Hund noch Gassi gehen – was auch immer wir am Morgen zu tun haben, die Zeit ist knapp. Für das Frühstück bleiben mitunter auch nur einige Minuten übrig. Doch was ist mit dem Frühstück „anderer Art“? Gemeint ist damit die Morgenandacht, jene Zeit also, die wir uns in der Früh nehmen, um uns für diesen Tag auf Gott auszurichten. Sie ist eine lieb gewordene Gewohnheit - oder auch nicht. Manchmal geht sie in der Betriebsamkeit des Morgens unter, und das ist schade. Die tägliche Morgenandacht ist eine Quelle des Segens. Wir nehmen uns Zeit, um uns durch ein biblisches Wort zu stärken und im Gebet Gemeinschaft mit Gott zu erleben. Dieses geistige und geistliche Frühstück kann auf verschiedene Art und Weise gestaltet werden. Für das schnelle „Frühstück“ empfiehlt es sich, den jeweiligen Tagesabschnitt in einem Andachtskalender zu lesen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, ein Evangelium fortlaufend durchzulesen, jeweils ein Kapitel oder einen kürzeren Textabschnitt. Eine Hör-Bibel kann wertvolle Dienste leisten, wenn wir nicht mehr gut sehen oder lesen können. In allen Fällen gilt: die Bibel kann zu uns sprechen. Gott gibt uns ein gutes Wort mit auf den Weg. Diese Wegweisung stellt den Tag unter das Wirken Gottes und gibt uns Rat, Trost und neuen Mut. Und immer wieder erleben wir, dass Bibelverse und Textabschnitte genau zu unserer jeweiligen Lebenslage passen, direkt in unsere Probleme oder Fragen hineinsprechen. Kein Zufall, denn Gottes Wort will ja ein Licht auf unserem Weg sein: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg" (Psalm 119,105). Zu einem gesunden "geistlichen Frühstück" gehört aber noch etwas dazu: das Gebet.

Reden mit Gott

Eigentlich sollte es heißen: "Reden mit Gott und hören auf Gott", denn ein Gebet ist beides. Wir sind ja schnell mit unseren Bitten und Wünschen, wenn es ums Beten geht - aber haben wir auch gelernt, auf Gott zu hören? Wirklich stille zu werden? Um etwas hören zu können, müssen alle anderen Lärmquellen schweigen. Wir sind meist von Geräuschen verschiedener Art umgeben und können uns manchem Lärm kaum entziehen. Doch wer die Stille sucht, findet eine kleine Oase mitten im Alltag. Stille werden vor Gott: Was bedeutet das? Dazu gehört die Anbetung Gottes. Einmal all die vielen großen und kleinen Wünsche bewusst zur Seite legen und Gott selbst in den Mittelpunkt des Gebets stellen. Nicht umsonst beginnt das "Vaterunser", das Gebet, das Jesus selbst seine Jünger lehrte, mit Anbetung: „Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt" (Matth.6,9 LUT). Gott die Ehre zu geben, macht uns auch zuversichtlich im Hinblick auf unsere Sorgen. Wenn dieser Gott, an den wir glauben, so groß und herrlich und allmächtig ist, wie sollte er nicht auch mit unseren Problemen fertig werden? Die Bitte um Segen und Führung für den heutigen Tag ist ebenso ein Bestandteil des Morgengebets. Wir gehen weiter mit einem frohen Herzen und mit Zuversicht, dass Gott an diesem Tag bei uns ist.

Ein Lied auf den Lippen

Wenn uns ein geistliches Lied den Tag über begleitet, sind wir beständig in Verbindung mit Gott. Singen macht froh und belebt den Geist. Denken wir nur an die Psalmen! Sie waren ursprünglich gesungene Gebete. David und die anderen Psalmenschreiber drückten damit ihre Ehrfurcht vor und Freude an Gott aus. Auch ihre Sorgen und Probleme kamen dabei zur Sprache. Aber am Ende der Klagen findet man immer wieder Worte des Dankes für Gottes Hilfe, Gedanken der Zuversicht und Hoffnung. Warum nicht selbst einen "persönlichen Psalm" verfassen? Nicht umsonst ermutigt David uns in Psalm 62,9: "Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsere Zuversicht" (LUT). Aber vielleicht tun Sie sich mit Singen schwer und denken, Sie seien musikalisch nicht gut genug. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, Gott Ihr Lied zu singen! Es kommt weder auf eine opernreife Stimme noch auf ein perfektes Hörverständnis an, sondern auf das, was in unserem Herzen ist. Das darf hinaus in die Gegenwart Gottes.

Geistliches Tagebuch

Eine weitere Möglichkeit für die Morgenandacht bietet sich mit einem geistlichen Tagebuch an. Jeden Tag in der Früh ein Gebet zu Gott aufschreiben, mit einem Anliegen oder einer Erfahrung verknüpft, hilft uns bei der Vorbereitung für den neuen Tag. Und wenn wir am Abend oder am Ende einer Woche das Geschriebene nachlesen, werden wir entdecken, was Gott „Großes“ und „Kleines“ in unserem Leben bewirkt hat. Erfahrungen beleben und bereichern den persönlichen Glauben, ja, ich würde sogar behaupten, Glaube lebt durch Erfahrungen. Manche Gebetserhörung vergessen wir schnell wieder, sie wird überlagert von anderen Eindrücken oder den nächsten Sorgen – umso ratsamer ist es, Erfahrungen auch schriftlich festzuhalten. So entsteht mit der Zeit ein wahrer „Glaubensschatz“.

Erfahrungen

An dieser Stelle möchte ich Menschen zu Wort kommen lassen, die von ihren Erfahrungen mit der Morgenandacht berichten:

"Die Morgenandacht gibt mir Kraft, die ich für jeden Tag brauche… egal, was mich erwartet, egal, was kommt. Wenn ich die Morgenandacht gemacht habe, hat der Tag eine ganz andere Qualität, dann kann kommen, was mag. So kann ich mit Schwierigkeiten und Problemen viel besser umgehen, aber auch Freuden und Segnungen des Tages viel tiefer erleben." "Mir gibt die Andacht in der Früh Mut und Kraft für den neuen Tag, mit allem, was kommt, gut zu beginnen. Manchmal durchziehen die Gedanken der Andacht den ganzen Tag wie ein Leitfaden, eine Hilfe. Es ist einfach gut für mich, meinen Tag gleich in der Früh Gottes Führung anzuvertrauen."

"Es ist die Begegnung mit meinem persönlichen Gott, die den Unterschied ausmacht, weil ich spüren darf und ich mich daran erinnere, dass er mein Leben in der Hand hat, er nur das Beste für mich will und mich unendlich liebt! Diese Begegnung und dieses Wissen geben mir Kraft, Hoffnung und Lebensfreude für jeden neuen Tag."

"Meine Erfahrungen mit der Morgenandacht sind durchweg positiv und ich würde ohne Morgengebet und Andacht etwas Entscheidendes für den Tag vermissen!"

"Die Morgenandacht bewirkt, dass ich den Tag bewusster erleben und in Gottes Hände legen kann. Das schenkt mir Frieden im Herzen und die Gewissheit, dass das Leben und auch MEIN Leben gut ist trotz all des Bösen in der Welt, weil Gott stärker ist und er auf meiner Seite steht!"

"Die Morgenandacht bedeutet für mich, innehalten in der Früh, den Tag in Gottes Hände legen, Gott an die erste Stelle setzen. Gott ist wichtig, er hat alles in der Hand. Mein Stress und meine Ansprüche sind nicht mehr so relevant und groß!"

"Ich möchte mich in der Früh nach Gott ausrichten. Die Morgenandacht ist für mich so etwas wie ein geistliches Frühstück. Mit einer Morgenandacht beginnt der Tag gleich viel besser."

"Die Morgenandacht wird mir immer wichtiger. Der Tag beginnt anders. Die biblischen Gedanken bleiben den ganzen Tag über im Gedächtnis und helfen mir, mit Jesus auch untertags in Verbindung zu bleiben!"

Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen – außer, dass ich Ihnen wünsche, dass Sie Ihre eigenen wertvollen Erfahrungen mit dem „geistlichen Frühstück“ machen! Gottes Segen dazu!

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