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Verfasser:Mag. Claudia Flieder

Ein guter Tausch

Er war ein erfolgreicher, junger Mann, von gutem Ruf und wohlangesehen. Von ihm hatte man schon gehört - er schien sein Leben erfolgreich zu gestalten. Eigentlich ein glücklicher Zeitgenosse, nicht wahr? Sollte man meinen. Tatsache ist, dass er spürte, dass etwas nicht stimmte. Etwas schien zu fehlen. Er war sich seiner Sache nicht sicher. Hatte er etwas Wichtiges übersehen? War er vielleicht am Sinn des Lebens vorbeigegangen? Nur gut, dass er fragen konnte, dass der Meister selbst in der Nähe war. Und so ging der reiche Jüngling hin und begegnete Jesus ...

Eine wichtige Frage

Nachlesen können wir diese Begebenheit im Bericht des Evangelisten Markus, Kapitel 10, Verse 17-31. Steigen wir gleich zu Beginn der Geschichte ein:

"Und als er (Jesus) auf den Weg hinausging, lief einer herbei, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?" (V.17)

Jetzt wissen wir, worum es geht! Der junge Mann hatte es nicht auf beruflichen Erfolg und weltliches Glück abgesehen, nein, er hatte ein anderes, ein besseres Ziel vor Augen. Er wollte ewig leben. Es war ihm bewusst, dass es nach dem Tod nicht einfach so "weitergeht", als wäre nichts geschehen, sondern er meinte, der Eintritt in das ewige Leben müsse über die Erfüllung gewisser Vorbedingungen erfolgen. Wer, wenn nicht Jesus, könnte ihm Rat erteilen? Was könnte er, der Fragende, wohl tun, um an sein Ziel zu gelangen? Wie reagiert Jesus? Er gibt ihm Antwort, indem er die Zehn Gebote zitiert. Wer nach diesen Grundsätzen lebe, werde auch ewig leben.

Die überraschende Antwort

An dieser Stelle darf ich Sie fragen: Was denken Sie, wie die Geschichte weitergeht? Wir nehmen an, dass der junge Mann nun klein beigibt und ehrlich zugesteht, dass er zwar versuche, die Gebote zu halten, mehr schlecht denn recht, aber dass er darin noch kläglich scheitere... Weit gefehlt! In vollkommener Selbstsicherheit, im Brustton der Überzeugung, bekennt der Fragesteller:

"... Lehrer, dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an" (V.20).

Nun ist die Überraschung komplett. Der junge Mann ist ein treuer Diener Gottes, hält sich an die Gebote - und trotzdem, irgendetwas stimmt da noch nicht so ganz. Was fehlt noch zum Glück, zum ewigen Leben?

"Jesus blickte ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!" (V.21)

Schätze im Himmel

Nun ist die Sache auf den Punkt gebracht. Es gab tatsächlich etwas, was den reichen Jüngling von Gott trennte. Das ist keine Mutmaßung, denn wir lesen: "Er aber ging, entsetzt über das Wort, traurig weiter, denn er hatte viele Güter." (V. 22)

An dieser Stelle haben wir nun die Wahl. Reagieren wir auch "entsetzt" und fragen uns, was am Ende übrig bleibt, wenn wir mit Jesus ernstmachen - oder entschließen wir uns, anhand der Bibel zu überprüfen, was Jesus hier meinte?

Ich lade Sie ein, mit mir den zweiten Weg zu wählen. Ist Ihnen aufgefallen, was Jesus dem jungen Mann versprochen hat? "Du wirst einen Schatz im Himmel haben" (V.?21). Das Wort "Schatz" taucht in der Bibel wiederholt auf. Einen Text dazu möchte ich mit Ihnen gerne genauer betrachten. Schlagen wir beim Evangelisten Matthäus nach und lesen wir, was Jesus über das "Schätzesammeln" lehrt:

"Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Fraß zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein" (Matthäusevangelium, Kapitel 6, Verse 19-21)

Falsche Sicherheiten

Wo ist dein Schatz? Woran hängt dein Herz? Auf diese Frage kommt es an! Was haben wir uns nicht alles zum "Gott" gemacht: Reichtum sowieso, aber auch Erfolg, Macht, Schönheit, Jugend, Ruhm, Genuss ... vielfältig sind die "Schätze", die wir Menschen uns auf der Erde zusammensammeln. Wir hängen unser Herz daran, versprechen uns viel davon, können damit gar nicht mehr aufhören, sind getrieben und jagen ruhelos durchs Leben. Dabei erleben wir doch immer wieder, wie brüchig, wie gefährdet unsere falschen Sicherheiten sind. Ob es sich um Bankenkrisen, um Kriegsgerüchte, Geldentwertung oder Schulden handelt - die persönliche Not lässt alles relativ erscheinen. Geld hält nicht ewig, Schönheit und Jugend auch nicht (obwohl die Versuche, das Altern aufzuhalten, mittlerweile ein einträgliches Geschäft für Schönheitschirurgen und Kosmetikbetriebe geworden sind). Ja und wie sieht es mit der Macht aus? Mit dem Ruhm? Der Beliebtheit? Dem "Marktwert" der Stars und Sternchen, die sich z.?B. über Dschungelcamps noch im Gespräch halten wollen?

Eine kluge Wahl

Immer wieder müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass der Grund unserer Zufriedenheit, unseres Glücks und unserer Hoffnungen nicht krisentauglich ist. Davon sprach schon Jesus im Gleichnis vom "Hausbau", das wir im Matthäusevangelium im Kapitel 7 finden:

"Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird mit einem törichten Mann zu vergleichen sein, der sein Haus auf den Sand baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß." (V.24-27)

Zweimal Hausbau - doch welch ein Unterschied bei der Wahl des Fundaments und den Folgen einer Entscheidung! Der eine baut auf Felsengrund, mit Mühe und Fleiß, und hat ein stabiles Haus gegründet, das Sturm und Regen standhält. Auf Sand baut es sich leichter und schneller - doch ebenso rasch ist das Gewonnene wieder zerronnen! Noch einmal genau hingeschaut: Wer ist der Kluge in diesem Gleichnis? Der, welcher Jesu Worte nicht nur hört, sondern sie auch in die Tat umsetzt. Theoretiker gibt es viele, doch von der Theorie wird niemand satt. Praktiker hingegen essen, was sie selbst gepflanzt und geerntet haben. Auf den Grund kommt es an. Was helfen uns die schönsten Versprechen, wenn die Worte doch wie Schall und Rauch verfliegen? Jesus hat es auf den Punkt gebracht: Wo dein Schatz ist, dort wird auch dein Herz sein.

Ein guter Tausch

Gott bietet uns einen Tausch an. Wir geben ihm unsere trügerischen Hoffnungen, unsere Illusionen, unsere Träume und Wünsche - und er schenkt uns dafür ein Leben in Kraft und Liebe, in Freude, in Geduld, in Tragfähigkeit und mit Zukunft.

Wo ist Ihr Schatz?

Zum Schluss noch ein Text von Johannes Viebig, der mich sehr nachdenklich gemacht hat:

Gott tauscht unser Versagen gegen sein Gelingen,

unsere Hektik gegen seine Ruhe,

unsere Finsternis gegen sein Licht,

unseren Tod gegen sein Leben.

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