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Verfasser:Mag. Claudia Flieder
Erschienen in:Top Life Aktuell 1706

Gesucht und gefunden!

Suchen Sie manchmal etwas in Ihrem Haushalt? In der Wohnung, auf dem Schreibtisch im Büro, im Auto ...? Ich suche sehr oft. Wir wohnen zwar nur in einem sehr kleinen Haus, aber dennoch schaffe ich es, meine Sachen immer zu verlegen. Manchmal kommt es dabei zu etwas skurrilen Situationen, wenn ich z.B. meine Brille auf der Nase suche. Das bringt uns zu einer weiteren Frage: Warum sucht man etwas?

Die Antwort ist einfach: Man sucht einen Gegenstand, weil er einem wichtig ist. Man sucht etwas, weil es einen individuellen Wert hat, weil man es wertschätzt. Dabei stellt sich auch die Frage, wie lange wir suchen? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab: Einerseits vom Wert des Gegenstandes – darüber haben wir schon vorher nachgedacht. Andererseits ist auch die Geduld des Suchenden ein wesentlicher Faktor. Suche ich so lange, bis ich es finde? Oder gebe ich schon vorher auf? Schließlich kommt es auch darauf an, wie man sucht. Meistens mit einiger Mühe, mit Aufwand und Einsatz. Man krempelt alles um, sucht an den unterschiedlichsten Orten, leert alle Taschen aus, nimmt sich eine Taschenlampe, um besser zu sehen usw.

Und was passiert, wenn man den gesuchten Gegenstand gefunden hat? Also ich freue mich, wenn ich meine gesuchten Sachen finde. Es ist eine gewisse Erleichterung! Und ich erzähle meinem Mann von meinem Fund. Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, was diese Fragen und Antworten mit einem "Top life aktuell" zu tun haben, das um die Weihnachtszeit erscheint. Jesu Kommen auf diese Erde hat tatsächlich sehr viel mit Suche zu tun. Jesus selbst hat den Sinn und die Aufgabe seines Lebens folgendermaßen beschrieben: "Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." (Lukas 19,10) Aus dieser Aussage können wir schließen, dass Gott uns Menschen sucht. Doch warum ist das überhaupt nötig? Was bedeutet es, dass wir "verloren" sind?

Warum sucht Gott?

Die Bibel hält uns schon auf den ersten Blättern (1. Mose 3) ein klares Bild vor Augen: Die Menschen lebten in enger Gemeinschaft mit Gott, in herzlicher Liebe mit ihm verbunden. Es war ein Leben voller Harmonie, Freude und Glück. Doch nicht jedem gefiel das. Der Gegenspieler Gottes (auch "Teufel" oder "Satan" genannt) hatte nichts anderes im Sinn, als diese ungetrübte Gemeinschaft zu zerstören. Listig verwirrte er die ersten Menschen, indem er ihnen einflößte, dass sie eigentlich wie Gott sein könnten. Warum bloß eine Stufe unter ihm stehen? Warum nicht selbst zum Gott des eigenen Lebens werden? Es ist gar nicht so schwer… Als Adam und Eva diesen Lügen Glauben schenkten, ging ein Riss durch ihre Beziehung mit Gott. Und wir heute leben und denken nicht viel anders. Gott als Herrn unseres Lebens anerkennen? Wie dumm, wie naiv, wie altmodisch! Jeder ist sein eigener Gott. Doch Frieden und Glück hat uns das nicht gebracht, im Gegenteil: Wir haben das Paradies verloren, nicht nur damals im Garten Eden, sondern auch heute. Wir alle leben in der "Fremde", weit weg von Gott, der Quelle des Lebens. Wir haben alles verloren und sind verloren. Doch was tut Gott? Er sucht uns, weil wir ihm wichtig und wertvoll sind. Wir sind unendlich kostbar für Gott (Sie sind es auch!). Wir sind sein Schatz - und Schätze sucht man ja! Darüber möchte ich mit Ihnen in der Folge nachdenken.

Wie sucht Gott?

In Lukas 15 finden wir drei Gleichnisse, in denen etwas verloren geht und gesucht wird. Vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Sohn wird öfters gesprochen, aber ich möchte mit Ihnen das mittlere Gleichnis, das wenig gelesen wird, betrachten. Lukas 15,8-9: "Welche Frau, die zehn Silbergroschen hat und einen davon verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie ihn findet? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe meinen Silbergroschen gefunden, den ich verloren hatte." Mir gefällt die Sorgfalt dieser Frau. Sie sucht ihre Drachme mit wirklich viel Einsatz, Mühe und Geduld und gibt nicht auf! Jesus hat dieses Gleichnis erzählt, um zu zeigen, wie Gott den Menschen sucht: Mit jeder erdenklichen Mühe, sogar unter Einsatz seines Lebens. Was bedeutet das aber konkret? Ich lade Sie ein, die Antwort wieder in der Bibel zu suchen.

In Lukas 19 geht es um den Zöllner Zachäus, der eine Begegnung mit Jesus hatte Lukas 19,1-10: "Und er (Jesus) ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: ,Zachäus, steige eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.‘ Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: ,Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.‘ Jesus aber sprach zu ihm: ,Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.‘"

Und damit sind wir bei Weihnachten: Jesus war sich nicht zu gut, alles zu verlassen, die ganze Herrlichkeit des Himmels, um sich auf die Suche nach uns zu begeben. Wir können uns gar nicht vorstellen, was das für uns bedeutet! So viel sind wir ihm wert!

Es kommt auf jeden an

Gehen wir gedanklich noch einmal zum Gleichnis von der suchenden Frau in Lukas 15! Sie denkt nicht: "Ich habe ja noch neun Drachmen, wozu die eine suchen?" Nein, sie will unbedingt die verlorene Drachme finden. Und hier können wir wieder die Parallele zu Gott ziehen: Für Gott kommt es auf jeden an! Vielleicht meinen wir heute: Es gibt so viele Menschen auf der Welt! Welchen Unterschied macht es, ob ich glaube oder nicht? Das gilt für Gott nicht, er sieht immer den Einzelnen! Das ist eigentlich das Evangelium, die gute Nachricht: Gott hat sich auf den Weg zu uns gemacht, um uns zu suchen. Doch was geschieht eigentlich mit dem Gesuchten, wenn es gefunden wird? Die Münze kommt wieder in den Beutel. Mit anderen Worten: Das Gefundene kommt dorthin zurück, wo es hingehört! Hier möchte ich die Parallele zu uns ziehen: Wir gehören zu Gott! Bei Gott sind wir sozusagen in unserem Element. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie uns der Pfarrer das im Religionsunterricht in der Schule erklärt hat: Es ist wie mit einem Fisch, der an Land gesprungen ist. Er vertrocknet dort. Er muss dringend ins Wasser zurück! Das ist sein Lebensraum, sein Element. So ist es auch bei Gott und uns. Die Drachme tut natürlich nichts, um gefunden zu werden. Sie zeigt keine Reaktion, als die Frau sie wieder in die Hand nimmt und zu den neun anderen zurückgibt. Hier hinkt das Gleichnis im Vergleich zu uns Menschen. Man sollte ja Gleichnisse auch nicht überstrapazieren. Das ist der Unterschied zwischen einem Gegenstand und uns Menschen: Wir können uns auf den Weg machen! Das kann ein einfaches Gebet sein: "Gott, lass mich erkennen, dass es dich gibt!" oder "Zeige mir den besten Weg für mein Leben!" Ich kann hier nicht bestimmen, was Sie persönlich Gott sagen möchten. Es kann ein erster Schritt sein, ein Ruf, eine Bitte.

Die Zukunft

Was passiert eigentlich, wenn wir Menschen zu Gott zurückkehren? In der Bibel ist von großer Freude die Rede! Das Gleichnis von der verlorenen Drachme (oder besser gesagt: "von der suchenden Frau") endet mit einer besonderen Aussage Jesu: "So, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut." (Lukas 15,10) Hier wird ein heute ungebräuchlicher Begriff verwendet: "Buße". Damit ist nicht gemeint, dass wir unsere Sünden durch irgendwelche Strafen "abbüßen" müssen. Nein, der biblische Begriff meint einen "Gesinnungswandel", die Entscheidung, zu Gott zurückzukehren, ein neues Leben mit ihm zu beginnen. Ist das nicht zum Staunen? Dass ein großer, allmächtiger, herrlicher Gott sich zu uns auf den Weg gemacht hat? Dass ich als einzelner Mensch ihm so wichtig bin? Ich bin dafür sehr dankbar. Und ich wünsche Ihnen und mir, dass wir dorthin zurückkehren, wo es uns wirklich gut geht, wo wir hingehören: zu Gott.

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Erschienen in: Top Life Aktuell 1606

 

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