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Verfasser:Mag. Claudia Flieder
Erschienen in:Top Life Aktuell 702

Neues Leben

Ein einmaliges Angebot

(c) JupiterImages Corporation
Frühling - eine ganz besondere Jahreszeit. Im Garten blühen die ersten Schneeglöckchen, beim Waldspaziergang kann man Leberblümchen entdecken und die offenen Blüten der Primeln zeugen von den ersten warmen Sonnentagen des Jahres. Auf Wiesen und Bäumen sprießt frisches Grün und es scheint, als wäre die ganze Natur um uns herum zu neuem Leben erwacht. Die lebensfrohe Stimmung steckt auch uns Menschen an, wir machen Frühjahrsputz in unseren Wohnungen, räumen die Wintersachen in den Kasten, neue frische Farben halten bei Kleidung und Zimmereinrichtung Einzug.

Alles neu - alles gut? Zeitschriften und Werbung wollen uns animieren, frohgemut in den Frühling durchzustarten. Mit Diäten und Schlankheit versprechenden Produkten wird dem Winterspeck der Kampf angesagt. Sport und Freizeitbeschäftigungen sollen Stimmung und Launen heben. So einfach scheint das zu gehen, mit dem neuen Leben - oder etwa doch nicht? Mancher Ballast lässt sich von der Seele nicht gar so leicht wegputzen wie der Grauschleier von den Fensterscheiben. Und manche Schattenseiten des Lebens reagieren erstaunlich resistent auf diverse Aufheiterungsversuche ...

Es scheint, als würden wir uns mit uns selbst mehr herumplagen (müssen) als mit unseren äußeren Lebensbedingungen. Der Blumenstrauß auf dem Esstisch schafft sofort gute Stimmung im Raum, die hellen Vorhänge vermitteln Frühlingsatmosphäre - doch wir selbst bleiben die gleichen wie vorher. Eine unangenehme, eine unbequeme Wahrheit. Wie gerne wären wir doch unbeschwert, lebenslustig, entspannt und voller Lebensfreude! Dann würde vieles wie von selbst gelingen, dann wäre das Leben doch wesentlich lebenswerter ...!?

Neues Leben muss her - und da wir es nicht "erschaffen" können, helfen wir ein wenig nach. Nicht umsonst steigt die Zahl der Medikamentenabhängigen gerade in unserem Land drastisch, nicht umsonst nimmt die Zahl der Suchtgefährdeten erschreckende Ausmaße an. Gerade unter Kindern und Jugendlichen macht sich eine dramatische Entwicklung bemerkbar. Immer gut drauf sein, immer frohgemut ans Werk gehen, immer Leistung erbringen können, nur nicht versagen - diese Wertmaßstäbe haben wir Erwachsenen "erfolgreich" unseren Kindern vermittelt, und da wohl kaum jemand diesem enormen Druck auf Dauer Stand halten kann, wird mit Medikamenten "nachgeholfen". Neues Leben - auf chemischer Basis, hochgeputscht und teuer erkauft? Die Sehnsucht nach Neubeginn, nach Lebenschancen, nach Aufschwung im ganz persönlichen Bereich und nicht nur an der Börse führt zu fragwürdigen Lösungsansätzen und verführt zum Gebrauch kontraproduktiver Mittel und Methoden. Wie aber lässt es sich dann verwirklichen, dieses "neue Leben", dieser Wunsch nach Neubeginn?

Lassen Sie uns an dieser Stelle einen "Ausflug" unternehmen, eine "Frühlingswanderung" in ein Gebiet, geografisch weit entfernt von unserem derzeitigen Lebensmittelpunkt und zeitlich fast zwei Jahrtausende vor dem heutigen Tag angesiedelt. Eine Zeit- und Raumreise sozusagen, die uns an den Fuß eines in der Weltliteratur wohlbekannten Hügels führt. Aber Achtung: Dies wird keine lustig-unterhaltsame Vergnügungsreise, sondern eine ernste Begegnung mit einem aufwühlenden Ereignis der Welt- und Religionsgeschichte. Denn dort auf dem Hügel Golgatha werden wir Zeuge des Leidens und Sterbens eines Mannes, der von sich sagte, er werde den Menschen "neues Leben" bringen. Nein, zur Verwirklichung seiner Versprechen hat er keine käuflich erwerbbaren Produkte und auch keine Trainingsmethoden angepriesen. Im Gegenteil, er meinte, dieses neue Leben sei gar nicht käuflich und auch nicht durch eigene Leistung erreichbar. Aber irgendetwas war an seinem Angebot ganz besonders. Die Menschen, die ihm begegnet waren, konnten nachher ihr Glück kaum fassen. Denn für sie hatte etwas völlig Neues begonnen ...

Dabei waren es ausgerechnet die Gestrandeten, die Mut- und Hoffnungslosen, die Ausgebeuteten und Verachteten, jene, die von anderen aufgegeben worden waren, die zu ihm kamen - und sich beschenken ließen. Was hatte dieser Jesus, der Mann am Kreuz von Golgatha, getan und bewirkt - und was hatte das mit seinem Leiden dort oben zu tun? Was war an ihm so neu und wie konnte er anderes Leben erneuern? Jesu Angebot war eine Einladung: "Kommt her zu mir, all ihr Mühseligen und Beladenen. Ich will euch erquicken" (Matthäus 11,28). Mit Jesus war kein Werbemanager gekommen, kein Vertreter, der uns irgendwelche Waren und Angebote aufschwatzen will. Mit Jesus kam einer, der den Menschen die Tür weit öffnet für den Frieden, die Ruhe, die Befreiung, den Neuanfang, den eben nur Gott ermöglicht. Denn sein Angebot war ein Tausch: Ich nehme dir deine Last ab, ich trage deinen Schmerz mit, ich mache mir für dich die Hände schmutzig und ich gehe für dich auch durch Einsamkeit, Leid und Tod - und du bist frei. Was auch immer dich belastet, gib es mir. Womit auch immer du nicht fertig wirst, ich ermögliche dir eine Lösung, einen Ausweg. Wie einsam, verlassen, zerbrochen du auch immer bist, bei mir hast du einen Platz in Liebe und Geborgenheit. Und wenn dich Angst, Elend und Tod bedrohen, dann gibt dir meine Auferstehung wieder Trost und Hoffnung. Komm zu mir mit deinem alten, verbrauchten, zerstörten und erschöpften Leben. Hör endlich auf, selbst verkrampft und verzweifelt nach "Lösungen" zu suchen. Neues Leben lässt sich nicht erkaufen, erzwingen, erarbeiten. Leben ist ein Wunder, ein Geheimnis, kein Konsumgut. Ich schaffe neues Leben - auch für dich, gerade für dich. Das ist Ostern - damals wie heute. Eigentlich ganz logisch, da das Leben nur vom Schöpfer, von Gott selbst kommen kann. Oder wie David es in den Psalmen ausdrückte: "Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht" (Psalm 36, 10 LB); "Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir. Ich kann mein Glück nicht fassen, nie hört es auf." (Psalm 16, 11 HFA) Was Jesus dafür wollte? Wie hoch der Preis ist, den wir Menschen für ein derart einmaliges "Frühlingserwachen" in unserem Leben bezahlen müssen? Fragen Sie sich doch selbst. Vielleicht kostet es Ihren Stolz, Ihre Vorurteile, vielleicht Ihre Resignation, Ihre Zerstörungswut. Was auch immer gerade zwischen Ihnen und Ihrem Neuanfang steht, von Gottes Seite her gibt es nur eines: Die herzliche, liebevolle Einladung, Neuanfang zu wagen und sein Angebot anzunehmen - dann wird Frühling in Ihrem Leben wahr, dann ist Ostern jeden Tag! Ihre Bibel kann Ihnen mehr darüber berichten ...

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