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Andacht vom 10.06.2008:

Erwischt!

Dieses Wort traf die Zuhörer mitten ins Herz, und sie fragten Petrus und die anderen Apostel: "Brüder, was sollen wir tun?" Apostelgeschichte 2,37 (Gute Nachricht Bibel)

Tausende Juden aus allen Himmelsrichtungen der damaligen Welt sind nach Jerusalem gekommen, um 50 Tage nach dem Passahfest ein erstes Erntefest zu feiern. Dieses Mal erleben sie ein nie da gewesenes Wunder. Jeder hört die Apostel in seiner Heimatsprache reden. Die Leute sind bestürzt und fragen einander ratlos: "Was will das werden?" Anderen dagegen ist eher nach Spott zumute.

Da tritt Petrus vor die Menge. In der ersten Predigt nach der Auferstehung und Himmelfahrt Christi zeigt er den jüdischen Hörern, wer der unlängst Gekreuzigte ist: der Herr (Kyrios) und von Gott verheißene Messias (Christus). Das "traf sie mitten ins Herz" und ließ sie ratlos fragen: "Was soll das werden?" Erst die Verkündigung unter der Wirkung des Heiligen Geistes trieb sie dann zu der eigentlichen Frage: "Was sollen wir tun?" Gottes Wort hatte sie ins "Herz" getroffen.

Vom Herzen ist in der Bibel etwa 1.OOO-mal die Rede. Aber der Begriff hat dort nicht denselben Sinn wie im Deutschen. Wir verbinden mit "Herz" vor allem das Gefühlsleben. Die Bibel dagegen versteht darunter vor allem das Denken, Erkennen, Wollen oder auch das Gewissen.

Als David seinen Erzfeind Saul, dessen Anschlägen er oft nur mit knapper Not entkommen konnte, hätte töten können und nach Meinung seiner Gefährten auch hätte töten sollen, "schlug ihm sein Herz, dass er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte" (1 Sam 24,6). Die "Hoffnung für alle" übersetzt treffend: "Doch er hatte ein schlechtes Gewissen dabei". Genau das hat den immer wieder angefeindeten und verfolgten David davon abgehalten, die günstige Gelegenheit zu nutzen, sich seines Todfeindes zu entledigen.

Aber zurück zu den Besuchern des Erntefestes in Jerusalem. Besonders der Schluss der Predigt "So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat" (V. 36 GNB) traf sie mitten ins Herz. Ihre Reaktion ist keine bloße Gemütsbewegung, sondern die konkrete Frage: "Was sollen wir tun?" Das Wort Gottes hat sie direkt im Gewissen getroffen. Nicht das Wunder bringt sie zur Erkenntnis und schließlich zur Bekehrung und Taufentscheidung, sondern das Wort der Predigt, die Heilige Schrift und das Wirken des Heiligen Geistes!

Joachim Hildebrandt

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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Zitat des Tages
Es ist weder sicher noch geraten, etwas gegen das Gewissen zu tun.
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