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Andacht vom 11.05.2010:

Sondern weil Gott uns für wert geachtet hat, uns das Evangelium anzuvertrauen, darum reden wir, nicht, als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. 1. Thessalonicher 2,4

Einmal stellte ich zwei Zweige einer roten Kletterrose in eine Vase. Ihr Anblick verschönerte den Raum. Doch nach ein paar Tagen ließ der eine Zweig seine aufgeblühten Rosen hängen und verwelkte. Der andere blühte jedoch weiter in seiner Pracht. Beide Zweige standen im frischen Wasser und hatten dieselben Umweltbedingungen. Warum verwelkte der eine und der andere nicht? Es muss eine innere Ursache gewesen sein, die mir verborgen blieb.

Ich sehe zwei Menschen vor mir. Der eine ist das blühende Leben und geht freudig seinen Weg, der andere lässt den Kopf hängen wie eine verwelkende Blume, obwohl seine Lebensbedingungen auch nicht schlecht sind. Warum ist das so?

In der Zeitschrift Psychologie heute (Nr. 4/2005) fand ich einen Artikel, den ich mir aufgehoben habe. "Die Quelle unserer Kraft", lautete die Überschrift. "Das Leben ist ein Risiko. Religion, Familie, Beruf, Freundschaft - all diese Instanzen haben ihre Funktion als Haltgeber längst verloren", hieß es dort, und weiter: "Was aber bleibt dann noch?" Nun bin ich gespannt auf die Antwort. "Ein starkes Selbst", lautet sie. "Hast du ein starkes Selbst mit einer guten bis hohen Meinung von dir selbst, dann hast du Glück und Erfolg!"

Ich habe in meinem Leben viele Menschen mit einem zu "starken Selbst" erlebt, die sogar ganze Völker in den Abgrund führten. Deshalb habe ich meine Zweifel an dieser Theorie. Gewiss, es gibt den krankhaften Selbstzweifel, der behandelt werden muss, und wir brauchen ein gesundes Selbstwertgefühl.

In der Bibel werden die Menschen gelobt, die nicht sich selbst, sondern Gott vertrauen. Erst als Saulus' Stolz zerbrach, wurden ihm die Augen geöffnet für die Gnade Gottes. Von nun an wollte er nicht mehr Menschen, sondern nur noch Gott gefallen, wie im heutigen Andachtstext zu lesen ist. Als Saulus bereit war, nicht mehr die Ehre von Menschen zu suchen (1 Ths 2,6), hat ihn Gott gerufen und ihm die Verkündigung des Evangeliums anvertraut.

Wo du auch stehen magst, der Herr hat auch für dich einen Weg bereitet und gibt uns das Selbstbewusstsein, das wir für ein gelingendes und zufriedenes Leben unter Gottes Führung brauchen.

Konrad Edel

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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