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Verfasser:Mag. Esther Neumann
Erschienen in:706

Lupinieneiweiß

Eine hervorragende Eiweißquelle

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Die meisten kennen Lupinen von den Rändern der Autobahnen, wo ihre hübschen Kerzen in den Farben, Rot, Gelb und Blau recht auffallend leuchten. Lupinen werden auch als Stickstoffsammler auf den Feldern und als Eiweißfutter für die Tiere eingesetzt. Sie haben aber auch einiges für die Ernährung der Menschen zu bieten. Die Süßlupine spielt in der mediterranen und südamerikanischen Küche schon seit 2000 Jahren eine beachtliche Rolle. Sie enthält Protein, einige Spurenelemente und wichtige Vitamine. Die Lupine kennt man auch unter den Namen "Wolfsbohne". Von den etwa 200 Arten der Lupinen spielt in der Ernährung nur die Süßlupine eine Rolle, da diese Züchtung kaum Bitterstoffe enthält. Die Pflanze besitzt Wurzeln, die bis zu 1,5 Meter in den Boden reichen können. Darum gedeiht sie auch auf sehr trockenen Böden noch recht gut. Wegen der tiefen Durchwurzelung des Bodens, des Aufschlusses schwer löslicher Mineralstoffe und der Stickstoffbildung wird die Lupine als Vorfrucht geschätzt. In den Anden, woher die Lupine wahrscheinlich kommt, wird sie jeweils auf den obersten Terrassen angebaut. Dort sammelt sie Stickstoff, der mit dem Regen auf die unteren Terrassen geschwemmt wird. So werden diese Felder natürlich gedüngt.

Lupine und Ernährung

In Südamerika gilt die Lupine als Grundnahrungsmittel und wird in Mischkultur zwischen Mais und Quinoa angebaut. Süßlupinen enthalten keine wertmindernden Stoffe wie die Bohnen und Sojabohnen. Sie können daher ohne Schaden auch roh gegessen werden.

Lupineneiweiß ist besonders für den Vegetarier oder den Veganer ein sehr wertvolles Eiweiß. Es ist purinarm und bildet daher, im Gegensatz zur Sojabohne, kaum Harnsäure. Deshalb eignet es sich perfekt als Eiweißquelle für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen oder mit Gicht.

Lupinieneiweiß weist auch einen niedrigen Glyx (Blutzuckerreaktion nach dem Essen) auf, was für den Diabetiker von Vorteil ist, da die Kohlenhydrate nicht schnell verfügbar sind. Der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an. Darüber hinaus ist es laktose- und glutenfrei, ein Vorteil für die Laktoseintoleranten und die Zöliakiepatienten.

Die Eiweißzusammensetzung ist so, dass auch von den essentiellen Aminosäuren Lysin, Methionin und Tryptophan beachtliche Mengen vorhanden sind, mehr als in Bohnen und Erbsen. Nur die Sojabohne hat darin mehr aufzuweisen. Kombiniert mit Getreide oder Mais, ergibt das Lupineneiweiß eine hervorragende Eiweißquelle, die dem tierischen Eiweiß weit überlegen ist, weil es kaum Harnsäure bildet. Dazu kommt noch, dass die Lupinensamen wichtige Fettsäuren enthalten wie Linolsäure, Ölsäure und auch Lecithin.

Lupinensamen müssen vor der Produktion zu Lupinenmehl oder Lupinentofu nicht zuerst entfettet werden wie die Sojabohne. Daher sind diese wichtigen Fettsäuren auch im Endprodukt enthalten und auch Vitamin E und Carotinoide. Die Lupine stellt auch eine gute Eisen- und Kalziumquelle dar.

Lupine gegen Sojabohnen Die Lupine ist der Sojabohne ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Außerdem ist sie nicht genmanipuliert. Die genetische Vielfalt der zahlreichen Arten der Lupine macht es möglich, durch Züchtungen erwünschte Eigenschaften zu erhalten. Die Süßlupine ist daher eine gute Alternative zu Soja, sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Ernährung von Tier und Mensch.

Produkte aus Süßlupinen

Die Verwendung der Samen der Süßlupine ist vielfältig. In den Anden wird daraus ein Eintopfgericht, „Tarwi“, hergestellt. In Ägypten und Algerien wird von den Straßenhändlern ein Imbiss aus den Samen angeboten und die Portugiesen mögen eine Knabberei in Salzlake. Aber auch auf dem heimischen Markt wird das Angebot immer größer. Lupinenmehl- und -schrot werden immer öfter als Ballaststoffergänzung den Teig- und Backwaren beigemischt. Durch die Carotinoide im Mehl entsteht dadurch eine satte Gelbfärbung. Durch die emulgierende Wirkung des Lecithin wird die Stabilität der Teige erhöht. Brot wird bereits mit Lupinenmehl angereichert. Es gibt Lupinenmilch und Speiseeis. Ein Vorteil gegenüber Sojaprodukten ist, dass das Lupineneiweiß nicht so nach Bohnen schmeckt. Beliebt ist der Lupinentofu – Lopino –, den man süß oder pikant verarbeiten kann. Man muss ihn aber sehr gut marinieren. Weiters gibt es Aufstriche, Süßspeisen, Burgers, sogar koffeinfreien Kaffee.

Empfehlung

Laut Ernährungsberichten wird empfohlen, mehr pflanzliches Eiweiß zu essen. Der Vorteil von Eiweiß, gewonnen aus der Lupine, liegt klar auf der Hand. Wir müssen es nur bewusst einsetzen. Rezepte gibt es im Fachhandel und Internet schon zur Genüge.

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