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Verfasser:Mag. Claudia Flieder
Erschienen in:Top Life Aktuell 1503

Die beste Speise

Haben Sie heute schon gut gefrühstückt? Sind Sie gestärkt und voller Tatendrang? Dann haben Sie sicherlich eine nahrhafte, gesunde Speise zu sich genommen und können den biblischen Propheten Jeremia gut verstehen!

Was Ihre Mahlzeit mit diesem herausragenden Mann zu tun hat, fragen Sie nun? Jeremia aß etwas sehr Gutes, nicht nur einmal, sondern täglich. Gottes Wort! Nun ist die Verwirrung komplett. Lassen Sie uns dieser Behauptung nachgehen – doch der Reihe nach!

Gottes Wort hat Schöpferkraft

Was verbinden Sie mit dem Ausdruck "Gottes Wort"? In christlichen Kreisen dient dieser Begriff als Synonym für die Bibel. Dort sind Gottes Worte den Menschen überliefert, aufgezeichnet. Dieses Buch ist faszinierend und durchaus praktisch – wie eben Gottes Worte sind!

Gottes Wort stand zu Beginn unserer Existenz. Aus dem Wort heraus schuf Gott Himmel und Erde und alles, was darauf wächst und lebt (das Leben im Wasser und in der Luft nicht zu vergessen!). Lassen Sie uns nachlesen, was uns die Bibel dazu berichtet: "Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht." (Mose 1,3) Nur ein Beispiel aus dem Schöpfungsbericht.

Was für eine gewaltige Kraft steckt doch im Wort Gottes! Der Allmächtige spricht – und es geschieht. Der Psalmist denkt an dasselbe, wenn er schreibt: "Wenn er (Gott) spricht, so geschieht es; wenn er gebietet, so steht es da" (Psalm 33,9) Ein mutiges Wort in unserer Zeit, in der Gott "klein" gemacht oder für nicht existent erklärt worden ist. Der "Zufall" regiere die Welt, wird behauptet. Und wo es eindeutig keine Zufälle geben kann, werden die Fügungen des Lebens mit dem "Schicksal", dem Einfluss des Mondes und der Gestirne sowie auf andere Weise "erklärt". Der Begriff "Gott" ist beliebig geworden, austauschbar, ersetzbar. Die Bibel kennt noch einen wunderbaren, großen Gott, dessen Wort allmächtig ist und Kleines wie Großes bewirkt. Fragt sich: Wollen wir das in unserem Leben auch erfahren - heute, ganz konkret!? Soll, darf Gott mit seinem Wort mein Leben gestalten und formen? Oder macht uns dieser Gedanke Angst? Bevor wir eine Antwort auf diese Frage suchen, wollen wir uns noch ein paar weitere Gedanken über das Wort Gottes machen.

Jesu Worte

Die meisten Menschen haben eine gewisse Ahnung von dem, was Jesus in seinem Leben hier auf der Erde getan hat. Zumindest sind noch Relikte aus dem Religionsunterricht vorhanden. Es ist unbestritten, dass Jesus viel Gutes bewirkt hat. So hat er viele Leidende gesund, Gelähmte gehend, Stumme sprechend, Blinde sehend gemacht … Viele glauben heute an den übernatürlichen Einfluss bestimmter Tinkturen oder Gegenstände – aber die Wunder Jesu werden oft angezweifelt. Lassen wir sie jetzt einmal so stehen, wie sie uns berichtet sind: Jesu Wort hat ebenso Macht und Kraft wie das Schöpfungswort Gottes, über das wir eingangs nachgedacht haben. Dazu ein Bericht aus dem Markusevangelium: "Und sie kommen nach Jericho. Und als er und seine Jünger und eine große Volksmenge aus Jericho hinausgingen, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Weg. Und als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner! Und viele bedrohten ihn, dass er schweigen sollte; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn! Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes! Steh auf, er ruft dich! Er aber warf sein Gewand ab, sprang auf und kam zu Jesus. Und Jesus antwortete ihm und sprach: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde aber sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm auf dem Weg nach." (Markus 10,46-52)

Hier hat einer - Bartimäus - verstanden, was Jesu Wort vermag. Er nützte die Chance seines Lebens – und ließ sich auch von anderen nicht abhalten. Diese Begebenheit bringt mich immer wieder zum Nachdenken. Glaube ich an Jesus – oder ist es nur ein frommer "Schein"? Nehme ich Jesu Schöpferkraft, sein Wort der Allmacht für mich in Anspruch? Kann er mir heute noch so kraftvoll helfen wie einst dem blinden Bartimäus? Jesu Zeitgenossen erfuhren immer wieder, dass Jesus allein durch sein Wort Großes bewirkte. Sollte diese Kraft heute „erloschen“ sein? Kaum vorstellbar, wenn wir mit einem ewigen, großen, wunderbaren Gott rechnen ...!

Worte der Hoffnung

Nun haben wir einige Szenen aus der Vergangenheit beleuchtet. Da stellt sich die Frage: Wozu ist uns Gottes Wort - die Bibel - überliefert? Damit wir besondere Begebenheiten aus dem Leben Jesu kennenlernen? Um aus der Vergangenheit zu lernen? Das stimmt alles, doch dieses besondere Buch vermittelt uns noch viel mehr. Lassen wir den großen Paulus sprechen:

"Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben." (Römer 15,4) Ja, Hoffnung - das braucht unsere Welt ganz dringend! Wenn wir mit offenen Augen durchs Leben gehen, sehen wir so manches Hoffnungslose: Not, Elend, Katastrophen, Krisen, Ängste… Auch im Kleinen, im privaten Bereich, ist Hoffnung gefragt: Da bedroht eine Krankheit das Leben, dort gibt es Sorgen wegen Arbeitslosigkeit – die Liste der Probleme ließe sich mühelos verlängern. Die Schrift bringt Hoffnung. Was meint das ganz konkret für mich heute? Die Bibel ist voll von Zusagen Gottes: Er wird uns nicht verlassen, wir dürfen uns mit jedem Problem, mit jeder Sorge an ihn wenden, er hält unser Leben in der Hand, Gott kennt und liebt uns … Lesen Sie am besten selbst nach, wenn Sie eine Bibel zur Hand haben - und wenn nicht, dann ist es an der Zeit, eine ins Haus zu holen, denn das Wort Gottes tut jedem von uns gut!

Einen Gesichtspunkt haben wir bis jetzt ausgeklammert: das Kreuz. Jesus ist auf diese Erde gekommen, um uns zu erlösen. Was ist damit gemeint? Jeder Mensch, von Adam bis heute, hat Schuld auf sich geladen. Das wissen wir aus eigener Erfahrung. Niemand könnte von sich sagen: "Ich bin so rein, so perfekt, ich habe noch nie etwas Schlechtes/Böses getan (gesagt ...)!" Doch die Schuldproblematik wird heute in unserer Gesellschaft weitgehend verharmlost. Für vieles gibt es „Erklärungen“, Rechtfertigungen, Ausreden … Wer möchte heute noch „schuld“ an etwas sein? Doch die Wirklichkeit ist eine andere - und in unserem Herzen wissen wir das auch ganz genau, sofern wir unser Gewissen nicht schon völlig abgestumpft haben. Interessant ist, dass es für das Problem "Schuld" auf dieser Welt keine Lösung gibt. Weder die Psychologie noch die Wissenschaft oder die Medizin bietet dafür einen Ausweg. Eigentlich ganz logisch, denn nur einer hat uns die Lösung gezeigt bzw. bewirkt: Jesus Christus. Er war tatsächlich der einzig Schuldlose auf dem Planeten Erde. Er ist es noch immer und wird es auch in Zukunft sein. Dafür hat er uns einen Tausch angeboten: Er nimmt unsere Schuld auf sich und geht damit ans Kreuz. Das mag wundersam klingen, schwer verständlich und einzigartig sein - und ist dennoch Tatsache. Durch Jesu Tod sind wir von Schuld befreit - und können mit und durch Vergebung leben. Jetzt verstehen wir auch die Aussage im Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth: "Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft." (1.Korinther 1,18 LUT)

Und wieder begegnet uns hier die Kraft des Wortes. Das Wort vom Kreuz ist die wichtigste Botschaft, die die Welt jemals gehört hat, denn es hat Ewigkeitscharakter! Mehr davon ein anderes Mal. Für jetzt wollen wir festhalten, dass Gottes Wort die Macht hat, uns zu erlösen.

Nahrung fürs Herz

Was hat es aber mit der Speise des Propheten Jeremia auf sich, die zu Beginn erwähnt wurde? Ganz einfach - Gottes Wort war für Jeremia köstlicher als jede andere Nahrung: "Dein Wort ward meine Speise, sooft ich es empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost." (Jeremia 15,16) Ja, das Wort Gottes hat Kraft, auch uns zu stärken, aufzurichten, zu trösten und unser Herz zu nähren - damit wir zur Lebensfreude finden, von der die ganze Bibel berichtet!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen "Guten Appetit" - genießen Sie das Wort Gottes jeden Tag aufs Neue!

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