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Verfasser: Pierre Intering
Erschienen in:Top Life Aktuell 1203

Über Unzufriedene

Während ich in meinem Medienarchiv stöbere, fällt mir wieder ein Kurzbericht auf, den wir im vorletzten Heft unter der nebenstehenden Rubrik "Mediensplitter" veröffentlichten. Demnach sind, nach einer im Sommer 2011 durchgeführten Umfrage, ein Drittel der Befragten unglücklich. Damit reihen sich die Österreicher unter die unzufriedensten Europäer. ...

Natürlich kann man Statistiken durch geschickte Fragestellungen lenken. Auch die Ergebnisse kann man verschieden deuten. Trotzdem macht es nachdenklich. Sicher, wer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht, bekommt einiges, ja fast zu viel zu sehen. Sich dann zufrieden zurückzulehnen, fällt schwer. Aber ich bezweifle, dass die Unzufriedenheit hauptsächlich mit den traurigen Umständen weltweit zu tun hat. Sicher tragen die Korruptionsfälle und die vielen Ungerechtigkeiten im eigenen Land einiges dazu bei, dass man sich gar nicht so wohl fühlt. Aber da ist noch etwas, was zum Nachdenken anregt. Fast jeder ist auf irgendeine Weise in seinem engsten Umfeld mit irgendjemandem in Streit. Ob es ein Nachbar, ein Verein, die Kirchengemeinde oder die eigene Familie ist - da gibt es immer Menschen, mit denen man nicht klarkommt. Es wäre jetzt ein wenig zu einfach zu sagen, dass man eben auf den anderen zugehen und die Sache bereinigen sollte. Schön wäre es, wenn man auf diese Weise alle Probleme aus der Welt schaffen könnte. Nicht, dass dies völlig sinnlos wäre, aber man darf auch nicht enttäuscht sein, wenn es keinen nachhaltigen Erfolg bringt. Vergebung ist eine Sache, Vertrauen eine ganz andere.

Nicht einmal Jesus gelang es, mit allen Menschen in Frieden zu leben. Das sollte schon etwas heißen und uns auch etwas lehren. So sanftmütig und angeglichen können wir gar nicht leben, dass sich nicht doch jemand an uns reibt. Dies sollte uns gar nicht aus der Ruhe bringen. Es ist nämlich leider das Normalste auf der Welt, und man muss lernen, damit umzugehen. Leichter gesagt als getan. Müssen wir Kurse besuchen, die uns auf solche kritischen Situationen vorbereiten? Ich denke, da gibt es etwas Besseres. Schauen wir auf den, der sich auch von seinen ärgsten Feinden nicht den Frieden hat rauben lassen! Jesus war sicher manchmal traurig, wenn er sah, wie andere reagieren. Er war aber nicht unglücklich und blieb für alle, die ihn brauchten, anziehend. Für viele andere blieb er aber ein Reibebaum. Damit konnte er aber umgehen und ließ sich nicht seine Freude vergällen und seinen Frieden stehlen. In diesem Sinne könnte man Jesus auch heute nicht zum Drittel der Unzufriedenen einordnen. Und uns?

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