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Verfasser: Pierre Intering
Erschienen in:Top Life Aktuell 1803

Die Lunte brennt

Dass auch 2018 kein Jahr wird, an dem wir uns paradiesischer Zustände erfreuen, war ja klar. Ob es, nun schon mitten im Jahr, überhaupt noch Träumer in dieser Hinsicht gibt, weiß ich nicht. Wünschen würden wir es zumindest fast alle – in einer Welt zu leben, in der nach und nach alle Probleme gelöst und Kämpfe eingestellt werden, überall Friede einkehrt und die organisierte Kriminalität in ihrer vielfältigen Form der Vergangenheit angehört.

Ja, man wird ja noch träumen dürfen. Außerdem ist das ein Zustand, der uns im biblischen Wort vorausgesagt wird. Tatsache ist, dass wohl alles andere wahrscheinlicher ist, als dass diese Wünsche eintreffen. Es gibt zwar immer wieder Hoffnungsschimmer, aber kaum freut man sich darüber, zerschlägt sich diese Hoffnung oder wird durch ein anderes Problem überlagert. Die persönlichen Schicksalsschläge machen es auch nicht leichter, unbeschwert das Leben zu genießen.

Positiv zu denken, viel mehr auf das Gute zu schauen und sich für andere einzubringen sind wichtige Dinge, zu denen wir uns immer wieder gegenseitig ermutigen sollten. Was das Gute betrifft, haben wir nämlich ein Kurzzeitgedächtnis. Nur zu schnell sind die schönen Eindrücke wieder verschwunden, und beklemmende Ereignisse drängen sich wieder in den Vordergrund. Wenn man aus ihnen lernen würde, wäre es nicht schlecht. Der Haken ist nur, dass der Mensch all das Negative wie ein Schwamm aufsaugt, ohne daraus zu lernen. Das Ergebnis ist eine jammernde Gesellschaft, die einen ganz schön den Nerv kosten kann. Warum tun wir uns das an, uns über etwas auszulassen, ohne einzugreifen oder zumindest ernsthaft nach Lösungen zu suchen, die wir wenigstens im eigenen Umfeld zumindest zum Teil umsetzen könnten? Gerade in Krisenzeiten ist es (über)lebensnotwendig, miteinander zu sprechen, Probleme möglichst nüchtern zu erörtern und bereit zu sein, aufeinander zu hören. Ohne Rücksicht auf Verluste sich in einer Partnerschaft durchzusetzen oder seine Meinung aufzudrängen ist genauso wenig zielführend, wie Kindern alles zu verbieten oder ihnen alles zu erlauben. Das eine ist so schlecht wie das andere. Auch Regeln aufzustellen, aber dann doch alles gewähren zu lassen, führt in die Irre. Das fängt mit der Kindererziehung an und landet bei den großen Entscheidungen der Politik.

Das betrifft auch die Regeln, die Gott für unser Leben vorgesehen hat. Dazu gehören die Rücksicht auf den anderen, die Liebe zum Nächsten, nicht zu schwindeln, zu lügen und zu betrügen und auch nicht das zu begehren, was dem anderen gehört. So etwas kann nur aus einem veränderten, nicht ich-bezogenen Herzen kommen. Um Vergebung zu bitten und selbst zu vergeben, sind weitere Geheimnisse für ein ruhiges Leben in einer stürmischen Zeit. Auch wenn wir nicht verhindern können, dass in einer großen globalen Welt immer irgendwo eine Lunte brennt und kurz darauf etwas explodiert, haben wir es sehr wohl für unser Leben oft selbst in der Hand, ob wir eine Sache weiter brennen lassen oder nicht.

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