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Verfasser: Pierre Intering
Erschienen in:Top Life Aktuell 605

Friede auf Erden

Haben sich die Engel in Bethlehem geirrt?

Bald ist sie wieder da - die Zeit, in der man sich rund um den Globus der Geburt Jesu erinnert. Auch wenn man sonst mit Jesus nicht sehr viel anzufangen weiß, zumindest die Szene von Bethlehem ist wohl jedem bekannt. Der einfache Stall, die Futterkrippe, die in ein Kinderbett umfunktioniert wurde, und das in Windeln gewickelte Baby. Sie lösen immer wieder nostalgische Gefühle aus. Ja, irgendwie schön ist es doch, aber ... haben sich die Engel vielleicht geirrt?

In der berühmten Hirten-Szene erscheinen singende Engel. "Friede auf Erden" - so etwa war ihre Botschaft an die verwunderten Hirten auf dem Feld. Wer damals meinte, jetzt beginne der Himmel auf Erden, wurde aber bitter enttäuscht. Es wurde sogar lebensgefährlich, sich zu dem Friedensstifter Jesus zu bekennen. Die Gefahren gingen von mehreren Seiten aus. Ob es die Juden, die Römer oder später das Kirchen/Staatsgemisch des Mittelalters war - sich zu Jesus als dem persönlichen Erlöser zu bekennen war oft mit Gefahren verbunden. Das Leben überhaupt war alles andere als friedlich.

Nun gut, heute geht es uns in der westlichen Welt gut - zumindest materiell. Aber von einem himmlischen Frieden kann wohl kaum die Rede sein. Bedrohungen aller Art überrollen uns regelrecht. Naturkatastrophen, Unglücke, Terror und unzählige Arten von Problemen vermiesen uns unseren Wohlstand. Der Schrecken, den randalierende Jugendliche in Frankreich auslösten, kann jederzeit und überall auftauchen. Plötzlich ist nichts mehr sicher. Ach, wie schön könnte doch alles sein, wenn ... Wenn was? Wissen wir überhaupt, was die Ursachen für diese Missstände sind?

Man könnte viele Bücher über Versäumnisse und Fehlentscheidungen füllen, die in der Vergangenheit geschehen sind. Viele Vereine und Aktionsgruppen setzen sich dafür ein, diese Missstände aufzuzeigen und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Die aktuellen Diskussionen über die Klimakatastrophen und Seuchen sind nur zwei Beispiele von vielen. Das ist auch gut so. Der Kern, die eigentliche Ursache aller Nöte, bleibt dennoch bestehen und bekommt immer wieder neue Nahrung. Was könnten die Engel mit dem Frieden damals in Bethlehem gemeint haben?

Was vorher kommt

Wer sich die Mühe macht und den Bericht über die Geburt Jesu in der Bibel aufschlägt, wird feststellen, dass die Engel vor dem Frieden noch etwas anderes gesungen haben: "Ehre sei Gott in der Höhe ..." Luk. 2, 14 In diesen wenigen Worten steckt ein weit größeres Geheimnis, als wir ahnen. "Friede auf Erden" muss kein Text eines Engelgesangs und auch kein frommer Wunsch bleiben. Der Friede zieht überall dort ein, wo unserem Schöpfer die Ehre gegeben wird. Solange der Mensch selbstherrlich ist und sich voller Stolz für seine Leistungen auf die Brust klopft, wird der Friedensgedanke ein Traum bleiben. Dafür sorgen nicht nur die Neider, die dem anderen keinen Erfolg gönnen. Die vermeintlich Erfolgreichen selbst bringen sich um die Ruhe und den Frieden, den sie haben könnten. Ständig muss vermehrt, erweitert und gesichert werden. Morgen kann schon wieder alles anders sein, deshalb darf man sich nicht ausruhen. "Die Konkurrenz schläft nicht - der Fortschritt verlangt einfach Opfer - wir müssen an uns glauben!" - das sind Schlagworte, die die Menschen durchs Leben hetzen lassen.

Wie lächerlich klingt dies alles, wenn wir aus Gesundheitsgründen plötzlich nicht mehr so können, wie wir wollen, oder wenn wir völlig unerwartet am Grab eines lieben Menschen stehen. Wie reagieren wir, wenn unsere Familie auseinander bricht? Nehmen wir uns dann Zeit zur Besinnung oder geben wir allem und jedem die Schuld am Scheitern?

Wann wirklich Frieden kommt!

Dort, wo Gott die Ehre gegeben wird, hat das Leben eine Qualität, die mit nichts zu vergleichen ist. Es ist wahr, der Himmel auf Erden bleibt ein Traum, aber man darf zumindest schon himmlische Luft schnuppern. Nicht, weil bewusste Christen von sich aus um so vieles besser sind als alle anderen. Nein, weil sie sich immer wieder etwas überaus Besseres schenken lassen - den Frieden und die Ruhe Gottes in ihren Herzen, sondern weil sie Gott die Ehre geben. Wie können wir Gott die Ehre geben? Sollen wir singend und betend durchs Land ziehen oder uns hinter dicken Mauern verschanzen, damit wir jedem Konflikt aus dem Weg gehen?

Gott gibt man die Ehre, indem man ihn bekennt und nicht ignoriert, indem man auf seine Ratschläge hört und sich nicht lustig darüber macht. Wir erfreuen uns heute in unserer Spaßgesellschaft an Dingen, von denen Jesus uns befreien möchte. Unmoral in allen Schattierungen, Unbeherrschtheit in allen möglichen Formen - das sind zwei Seuchen, gegen die es einen Impfstoff gibt - aber nur in der himmlischen Apotheke. Wir haben zwar Angst vor der Vogelgrippe, fangen uns dabei aber ganz andere Viren ein, die nicht nur unseren Körper, sondern auch unser Denken und Fühlen angreifen.

Diagnose und Therapie

Eines können wir gut - wir erkennen ganz genau, was verkehrt läuft - zumindest beim Anderen und bei allem, was nicht uns selbst betrifft. Bei uns selbst ist ja alles in Ordnung - oder zumindest nichts Schlimmes vorhanden, könnte man meinen. Aber, egal wie wir uns einschätzen, solange wir nicht bewusst Gott die Ehre geben, kann auch von uns kein Friede kommen.

Wenn diese Zeilen etwas herausfordernd klingen, man möge es mir verzeihen. Es geschieht nicht aus Hochmut, sondern aus Sorge, dass wir alle an Symptomen herumdoktern und die eigentliche Ursache vergessen. Es geht schließlich um viel. Wenn ich den Worten der Bibel glauben darf, dann geht es um die Zukunft - um ein ewiges Leben, das es zu gewinnen oder zu verlieren gilt. Nehmen wir doch Gott beim Wort - das können wir nur, wenn wir dieses Wort, die Bibel, überhaupt kennen. Welche Zeit bietet sich da besser an als die ruhigen Winterstunden. Auch dem Fernseher oder dem Computer schadet es nicht, wenn er einmal ausgeschaltet bleibt. Das, was man dafür bekommt, kann kein Film und keine Show bieten. Ruhe und Frieden im Herzen, indem man das biblische Wort auf sich wirken lässt und mit seinem Schöpfer wie mit einem Freund redet. Den Frieden auf Erden, wie wir ihn uns vorstellen, wird es erst geben, wenn Gott eine neue Erde schaffen wird. Ich möchte das gerne erleben, Sie auch?

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