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Gelten die ?Zehn Gebote? der Bibel heute noch?

Über die Gültigkeit der Zehn Gebote

Die Zehn Gebote wurden vor etwa 3500 Jahren dem Volk Israel am Berg Sinai gegeben. Mose nahm sie als Vertreter und menschlicher Führer des Volkes auf Steintafeln in Empfang: ?Und als der HERR mit Mose zu Ende geredet hatte auf dem Berge Sinai, gab er ihm die beiden Tafeln des Gesetzes; die waren aus Stein und beschrieben von dem Finger Gottes.? 2. Mose 31, 18

Zwar empfing Mose noch eine Reihe von anderen Anweisungen und Richtlinien, die Zehn Gebote nahmen aber eine besondere Stellung ein. Gott behielt es sich vor, sie selbst dem Volk mitzuteilen (2. Mose 20, 1-22) und sie auch selbst auf Stein zu schreiben.

Wer die Zehn Gebote etwas genauer unter die Lupe nimmt, wird feststellen, dass man sie in zwei Bereiche teilen kann. Bei den ersten drei Geboten geht es um die Beziehung zwischen Gott und den Menschen, bei den letzten sechs um die Beziehung der Menschen untereinander. Das vierte Gebot *, bei dem es um den Ruhetag (biblisch - Sabbat) geht, verbindet diese beiden Teile miteinander ? eine gesegnete Zeit mit dem Schöpfer und den Menschen.

Die anderen Anweisungen und Richtlinien, die dem Volk Israel gegeben wurden, gelten für uns Christen nicht mehr. Darunter sind Anweisungen über bestimmte Fest- und Feiertage und rituelle Speisen, die den Zweck hatten, auf den zukünftigen Messias hinzuweisen. Es gab aber auch Vorschriften, die für die Regelung des Staates Israel wichtig waren. Für uns Christen haben beide Arten der Gesetze keine Bedeutung mehr. Alle Anweisungen über die zeremoniellen Handlungen und Festtage, die auf den zukünftigen Messias hinwiesen (Schatten), wurden durch das Kommen Jesu erfüllt und sind damit hinfällig: ?Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.? Kol. 2, 16.17 Auch die staatlichen Gesetze, die Gott dem Volk Israel gab, betreffen uns Christen nicht mehr. Die christliche Gemeinde, die Jesus selbst gründete, besitzt keinerlei nationale Funktion mehr. Sie sollte sich über die ganze Welt verbreiten und der Mission ihr Hauptaugenmerk schenken.

Die Zehn Gebote behielten jedoch ihre volle Gültigkeit. In der ursprünglichen Bedeutung (geschrieben in Zukunftsform) sind sie keine Vorschriften, sondern Verheißungen, die sicher eintreffen ? wenn der Mensch sich von Gott führen lässt. Dies hebt natürlich die Gültigkeit der Zehn Gebote in keiner Weise auf. Im Gegenteil: Es bestätigt sie. Niemand Geringerer als Jesus selbst belehrte die Menschen über die Zehn Gebote (Matth. 5, 21-32). Er bestätigte ihre Gültigkeit: ?Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis alles geschieht.? Matth. 5, 18

Jesus wies auch auf den Kern der Zehn Gebote hin und fasste diese in zwei Gedanken zusammen: ?Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: ?Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.? Matth.22, 37-40 Liebe zu Gott und zu den Menschen ist die Grundlage der Zehn Gebote. Fehlt dieser Beweggrund, verliert die Religion ihren Kern und damit ihren Sinn.

* In der katholischen wie auch in der evangelischen Tradition zählt man den Ruhetag als das dritte Gebot, da das zweite weggelassen (katholisch) bzw. mit dem ersten verbunden wurde (evangelisch). Damit die Zehnzahl wieder stimmt, wurde das zehnte Gebot geteilt.

Wir richten uns hier nach der biblischen Zählweise.

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