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Was sagt die Bibel zum Zölibat?

Dürfen Geistliche (Pfarrer, Pastoren, Priester u.a.) heiraten?

Das Zölibat erregt immer wieder die Gemüter. Selbst unter den römisch-katholischen Geistlichen gibt es nicht wenige, die sich eine Änderung der etwa 1000-jährigen Tradition wünschen. Grundsätzlich hat jede Kirche und jede Glaubensgemeinschaft das Recht, eigene Theorien zu entwickeln und entsprechende Regeln aufzustellen. Ob sie dabei dem Willen Gottes entsprechen, ist eine andere Sache.

Was sagt nun die Bibel zum Thema Ehelosigkeit? Es gibt keine einzige Anweisung, dass Menschen, auch wenn sie sich in den Dienst Gottes stellen, ehelos bleiben müssen. Im Gegenteil. Nicht nur die Propheten, Priester und alle Diener am Heiligtum, auch die Aposteln hatten Familien. Jesus heilte z.B. die Schwiegermutter des Petrus: "Nachdem Jesus die Synagoge verlassen hatte, ging er in das Haus des Petrus. Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber. Man bat Jesus, ihr zu helfen." Lukas 4, 38 (Hfa)

Paulus schrieb dem jungen Timotheus ausführlich über den Familienstand der geistlichen Führung in der christlichen Gemeinde: "Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? ... Desgleichen sollen die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen; sie sollen das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren. Und man soll sie zuvor prüfen, und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen. Desgleichen sollen ihre Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. Die Diakone sollen ein jeder der Mann einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem eigenen Haus gut vorstehen." 1. Tim. 3,2-12 (LÜ)

Auch wenn die Ehe und Familie als natürliche Lebensform empfohlen wurden, blieb die Entscheidung dafür bei jedem Einzelnen. Paulus selbst blieb ehelos. Er tat dies freiwillig und litt auch nicht darunter. Aus der Sicht eines Menschen, der sich ganz für Gott einsetzt, schrieb er an die Korinther: "Ich möchte euch in all diesen Dingen unbelastet und ohne Sorgen wissen. Wer unverheiratet ist, kann sich uneingeschränkt für die Sache Gottes einsetzen und so dem Herrn gefallen. Ist aber jemand verheiratet, so muss er sich seiner Frau zuliebe um viele andere Dinge kümmern, und er kann Gott nur mit einem Teil seiner Kraft dienen. Genauso kann eine unverheiratete Frau mit Leib und Seele, von allen anderen Pflichten unbelastet, dem Herrn dienen. Aber eine verheiratete Frau muss auch an ihren Haushalt und an ihren Mann denken. Ich sage dies alles nicht, um euch irgendwelche Vorschriften zu machen, sondern um euch zu helfen. Ich möchte, dass ihr ein vorbildliches Leben führt und unbeirrt nur das eine Ziel verfolgt, dem Herrn zu dienen." 1. Kor. 7, 32-35 (Hfa)

Für Geistliche gilt das Gleiche wie für alle Menschen. Beides ist möglich - einer Familie vorzustehen (was ausdrücklich empfohlen wird) oder freiwillig auf die Ehe zu verzichten (ist keine verbindliche Vorschrift!). Beide Lebensformen sind vorstellbar. Die Entscheidung darüber sollte aus der Sicht der Bibel aber jeder selbst treffen.

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